A+ A A-

Startseite

Für wen macht eigentlich dieser Hanns Eisler Musik?

Hanns Eisler war Schüler von Arnold Schönberg. Er schrieb seine Musik für Berliner Arbeiterchöre und die Filmindustrie von Hollywood, für avantgardistische Musikfeste und kommunistische Parteiveranstaltungen, für Radio, Bühne und Kabarett. Er komponierte bedeutende Klavier-, Kammer- und Orchestermusik, mehr als 500 Lieder und eine Nationalhymne …mehr  

Verleihung des Ersten Internationalen Hanns Eisler Stipendiums

© Steffen Reinhold
Dr. Skadi Jennicke (Kulturbürgermeisterin), Anja-Christin Winkler/Etienne Walch vom Vorstand des Eisler-Haus Leipzig e.V., Gregor Forbes (Komponist), Steffen Schleiermacher (Komponist), Werner Kopfmüller (Vorstandsassistent Eisler-Haus Leipzig e.V.) (v.l.)
 
Im Rahmen eines Eisler-Konzertes in der Konzertreihe "Musica Nova" des Gewandhauses zu Leipzig wurde dem jungen Komponisten Gregor Forbes das Erste Internationale Hanns Eisler Stipendium durch die Leipziger Kulturbürgermeisterin und den Vorstand des Eisler-Haus Leipzig e.V. offiziell verliehen. Ausgewählt wurde er aus 134 Bewerbungen, die aus 35 Nationen stammten. Eine Jury, deren Vorsitz der Komponist und Pianist Steffen Schleiermacher inne hatte, traf die Entscheidung für den 1993 im schottischen Edinburgh geborenen Künstler. Der Stipendiat, von dem an diesem Abend das Werk "Color Fields" aufgeführt wurde, wird ab April 2019 für fünf Monate in Eislers Geburtswohnung leben und arbeiten. Mindestens ein entstehendes Werk wird dann in Steffen Schleiermachers Konzertreihe zu hören sein. Der Abend war dem 120. Geburtstag Hanns Eislers gewidmet. Das Publikum zeigte sich begeistert. Steffen Schleiermacher führte durchs Programm, das Ensemble Avantgarde spielte überzeugend. Julia Sophie Wagner (Sopran) zeigte die ganze Bandbreite Eislerschen Liedschaffens gemeinsam mit Steffen Schleiermacher (Klavier). Höhepunkt und mehrfache Zugabe bildete Schleiermachers Arrangement der Filmmusik zu "Kuhle Wampe" für zwei Klaviere und Schlagzeuge.
... mehr

 

News

Ernste Gesänge - Klavierauszug von Tobias Faßhauer

Im Verlag Breitkopf & Härtel sind aktuell Hanns Eislers "Ernste Gesänge" in einer Klavierfassung von Tobias Faßhauer erschienen. Der Auszug ist nicht nur für den/die Sänger*in zum Einstudieren gedacht, sondern wurde ebenfalls für den öffentlichen Vortrag konzipiert.
... mehr

In Erinnerung an Wolfgang Hufschmidt

Ein Stück weißen Brotes…“ Zum Tode des Komponisten Wolfgang Hufschmidt Im Alter von 84 Jahren verstarb am 18. Juli in seiner Heimatstadt der Essener Komponist Wolfgang Hufschmidt. Als Rektor der Essener Folkwang-Hochschule und langjähriger Präsident der Internationalen Hanns-Eisler-Gesellschaft erwarb er sich bleibende Verdienste um die Entwicklung einer modernen Musikkultur, die gleichermaßen von sozialistischem Engagement wie von einer linken Befreiungstheologie im Sinne Dietrich Bonhoeffers, Martin Luther Kings und Camilo Torres‘ geprägt war. Als Pädagoge und Musikwissenschaftler setzte er sich maßgebend für Hanns Eisler ein, er war einer der Initiatoren und Förderer der neuen Hanns-Eisler-Gesamtausgabe (HEGA), die seit Mitte der 90er Jahre bei Breitkopf&Härtel Wiesbaden erscheint. [...]
Wolfgang Hufschmidt, ein Meister aus Essen, ist 1934 geboren. Als er das zehnte Jahr erreicht, hatte er fünf Friedensjahre und fünf Kriegsjahre erlebt. Er wuchs auf in der Stadt, die einst für Wilhelm II. und Hitler die Kanonen geschmiedet hatte und die nun zerstört am Boden lag. Der Sturm vom Paradiese her, von dem Walter Benjamin spricht, hatte sie vernichtet. Er begann mit religiöser Choralmusik und orientierte sich an der Madrigalkunst von Heinrich Schütz, aber mied die neoklassische Imitation und schrieb keine Glaubens-Operette. Hufschmidts Gott war der Gott der Armen. Sein Ziel, eine Utopie im Sinne Blochs, war die Schaffung eines musikalischen Kosmos. „Die Musik reagiert zumindest auf gesellschaftliche Verhältnisse und geht eigentlich davon aus, daß sich die Welt verändern müßte. So werden die Stoffe gewählt, und so ist meiner Ansicht nach auch der Impetus der Musik”, bekannte er 1995 in einem Gespräch. In der „Weißbrot-Kantate“ von Hanns Eisler geht die Rede von dem Armen-Priester San Berardo, dessen Paradieseswunsch ein „großes Stück weißen Brotes“ ist. Dem widmete auch Wolfgang Hufschmidt sein Künstlerleben. Möge sein Werk unvergessen bleiben, erneut entdeckt und zum Erklingen gebracht werden. (Auszug aus dem Nachruf für unseren langjährigen, sehr verdienten IHEG-Präsidenten Prof. Wolfgang Hufschmidt, verfasst von Dr. Gerhard Müller, Berlin)

Persönliche Erinnerung von seinem ehemaligen Studenten, Prof. Matthias Schlothfeld

Nachruf von Prof. Dr. Andreas Jacob, Rektor der Folkwang Universität der Künste